Unsere "NORA"

 

Die Traditionsgemeinschaft hat auf dem Fliegerhorst Penzing, hinter dem Stabsgebäude, eine Nord 2501 „Noratlas“ aufgestellt und kümmert sich um deren Erhaltung und Pflege.

 

 

Die in den späten 40er Jahren in Frankreich entwickelte Nord 2501 „Noratlas“ basiert auf technischen Grundideen, wie sie in der Gotha „Go 244“, einem hauptsächlich an der Ostfront eingesetzten Transportflugzeug neuer Auslegung, schon 1942 verwirklicht worden waren. Besonderer Schwerpunkt: Ihr ebener, von hinten frei zugänglicher, durchgehender Laderaum, ein erheblicher Vorteil gegenüber den damals gebräuchlichen Spornradflugzeugen mit seitlicher Ladetür.

Das heute der Traditionsgemeinschaft gehörende Flugzeug wurde mit der Werknummer 128 im Jahr 1956 in Toulouse gebaut und durchlief dann nachfolgende Verwendungen:

Von bis Kennzeichen Verband/Einheit Stationierung
25.01.57 05.11.62 61-YH ET 2/61 Orleans
09.04.63 01.12.67 61-QJ ET 61 Orleans
19.04.68 20.10.70 63-BU ET 63 Toulouse
20.10.70 05.09.73 50-WU ETOM 50 Ivato/Madagaskar
05.09.73 01.01.74 50-WU Ganom 88 ?
12.04.74 09.04.76 62-WZ ET 1/62 Evreux
20.09.76 14.08.84 328-EC CIFAS 328

Bordeaux 

14.08.84 01.09.87

 

EEA601 Chateudun

Am 04. Juni 1985 und mit einer Gesamtflugzeit von 12.981 Stunden wurde „unsere“ Noratlas stillgelegt. Im September 1987 erhielt sie jedoch noch einmal eine Eintragung mit Sondergenehmigung und dem provisorischen Kennzeichen „62-KJ“. So wurde sie von einer freiwilligen Besatzung nach Penzing überführt und am 20. September dem LTG 61 bei dem Großflugtag anlässlich des 30. Geburtstages zum Geschenk gemacht.

Weder die Luftwaffe noch das LTG 61 oder dessen Traditionsgemeinschaft „Gamsbock“ waren damals bereit, das Flugzeug zu übernehmen und zu erhalten. Man kann es wohl so ausdrücken: In mehrfacher Hinsicht waren wir damals noch nicht so weit. Entsprechend stand das gute Stück erst einmal auf dem Abstellgleis und verwitterte still vor sich hin. Rettung brachte eine Gruppe freiwilligen Enthusiasten, die dafür sorgten, dass die Maschine konserviert und im Frühjahr 1988 auf dem Fliegerhorst auf ihrem jetzigen Standort ihren Platz bekam. Dazu erhielt sie auf der Backbordseite die Luftwaffenkennzeichnung GA+125, während an Steuerbord als Zeichen der Verbundenheit das französische Überführungskennzeichen stehen blieb. 1993 wurden die Kennzeichen dann auf „rein Deutsch“ umgestellt, die Verbundenheit mit den Gebern aus dem französischen Lufttransport ist in einem Hinweisschild am Bug des Flugzeugs vermerkt. 2004 erhielt das Flugzeug schließlich noch das Geschwaderwappen des LTG 61, den Gamsbock, an beide Seiten des Cockpits.

Ein Flugzeug, das – wie unsere Noratlas – lange im Freien aufgestellt ist, unterliegt unweigerlich nicht nur dem nagenden Zahn der Zeit, sondern im besonderen Maße den schädigenden Einflüssen der Natur. Moosbefall durch die umstehenden Bäume, Korrosion und Feuchtigkeitsschäden durch Regen und Schnee, rüttelnder Wind an den Leitwerksflächen (der Flieger steht etwas ungünstig mit der Nase nach Osten), der auch zu Abrieb und Schmutzablagerungen führt, und schließlich die stechende Sonne und deren UV-Strahlung, alles setzt der Nora ständig zu.

Nur durch ständige Pflege und regelmäßige Erhaltungsarbeiten kann das Fortschreiten dieser Schäden verlangsamt werden. Waschen, versiegeln, einfacher Korrosionsschutz, aufgeräumt und sauber halten, das sind die Dinge, die wir selber machen können. Für die größeren Maßnahmen brauchen wir professionelle Hilfe, die wir dankenswerter Weise aus dem Geschwader erhalten – soweit dieses möglich ist.

An uns allen, unserem Fleiß und unserer Arbeitsbereitschaft wird es liegen, wie lange dieses Denkmal fliegerischer Geschichte und Tradition der Luftwaffe uns noch erhalten bleibt.

Bilder unserer Noratlas GA+125

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